Wie man sich durch eine Abmahnung lächerlich macht
Mal wieder macht ein großes Unternehmen durch eine Abmahnwelle auf sich aufmerksam, nur diesmal ging der Schuss richtig nach hinten los. Ich versuche die Sache mal kurz zusammen zu fassen. Die KOMSA AG (www.komsa.de) hat mehrere Webseitenbetreiber aufgrund von rechtswidriger Verwendung des KOMSA-Firmenlogos abgemahnt. Ein/ige findige/r Mitarbeiter hatten nämlich auf fremden Webseiten das KOMSA-Firmenlogo entdeckt und schon kam die Lawine ins rollen. Es wurden immer mehr Seiten im Internet ausfindig gemacht, die das Firmenlogo “nutzten” und man sah sich gezwungen gegen die Betreiber dieser Seiten vorzugehen. Man verschickte Abmahnungen in denen man die Betreiber aufforderte eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, die Logos von ihren Seiten zu entfernen und Auskunft über die Verwendung des Logos Auskunft zu geben. Klingt ja erstmal logisch und nachvollziehbar.
Aber jetzt kommts! Das Problem bei der Sache war, dass die abgemahnten Webseiten-Betreiber noch nie etwas von der Firma KOMSA gehört hatten und sich auch nicht an irgendeine Verwendung des Firmenlogos erinnern konnten. Der Grund dafür ist so simpel wie “komisch”! Jeder Mitarbeiter der KOMSA AG der über den firmeneigenen Internetanschluss ins Netz ging bekam auf jeder x-beliebigen Webseite an Stelle der üblichen Werbebanner das KOMSA-Firmenlogo präsentiert. Wahrscheinlich eine Firmenphilosophie, die die Mitarbeiter vor “bösen Werbeeinflüssen” während der Arbeitzeit schützen sollte. Sicherlich konnte keiner ahnen, dass einige Mitarbeiter und die Rechtsabteilung daraus gleich eine Verschwörung der restlichen Welt gegen KOMSA sah. Man hätte sich auch einfach freuen können, dass andere Webseitenbetreiber kostenlos Werbung für KOMSA machen. Im gleichen Atemzug hätte man sich aber auch fragen können, warum andere Seiten dies überhaupt tun und hätte nachforschen können. Eine einfache Kontaktaufnahme per E-Mail oder Telefon wäre wohl angebracht gewesen, aber heutzutage ist es ja mittlerweile zum “Volkssport” geworden Abmahnungen zu verschicken. Denn somit lässt sich ja der ein oder andere Euro zusätzlich verdienen.
Auch wenn die Sache jetzt aufgeklärt ist und KOMSA um Verständnis für den “bedauerlichen unternehmensinternen Fehler” bittet, sollte dies ein Zeichen für alle Anwälte und Rechtsabteilungen dieses Landes sein, die in ihrer “stumpfen Abmahnwut” das logische Denken anscheinend einfach ausschalten. Da muss mal wieder das altbekannt Sprichwort herhalten “Man sollte nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen!”. Sind wir in unserer Gesellschaft wirklich schon so weit, dass es nicht mehr in Erwägung gezogen wird ein Problem gütlich zu lösen?! Der Ober-Hammer ist ja dann noch, dass von den Betroffenen in diesem Fall Verständnis erbeten wird. Das ich nicht lache! Wenn es um den eigenen Ar… geht wird man plötzlich zum zahmen Stubentiger! Da fällt mir echt nichts mehr zu ein!
So, ich höre jetzt besser auf, sonst schreibe ich mich noch in Rage! ![]()
Links zum Thema:
Witzabmahnung von komsa an 100partnerprogramme.de (www.100partnerprogramme.de)
Markenrecht: Die lustigste Abmahnung des Jahres (www.spiegel.de)
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abmahnung | anwälte | firmenlogo | komsa | rechtsabteilung







3 März 2010 um 23:38
Die Story ist wirklich zu geil – hatte das am Rande auch mitbekommen; das Traurige ist ja wirklich, dass es ja eine ganze Horde an Anwälten gibt, die sich auf seltsame Abmahnungen im Netz spezialisiert haben. Ich hatte auch mal das “Glück” für einige Wochen bei einem Anwalt zu arbeiten. Danach habe ich den Glauben an das Rechtssystem in großen Zügen verloren
3 März 2010 um 23:59
Die abmahnwütigen Anwälte sind ja leider nicht das einzige “Problem”, die auftraggebenden Unternehmen haben mindestens den gleichen unschönen Anteil an dieser Art und Weise der Geldvermehrung.
5 Juli 2010 um 10:30
Das ist ja wirklich komisch, aber woher könnten sie das wissen? Solche Fehler passieren.