Einkaufserlebnis in Zeiten der Wirtschaftskrise
Da meine Frau am Sonntag Geburtstag hat, stellte sich mir heute die Frage was ich bzw. wir (mein Sohn und ich) Ihr schenken werden.
Da mich die Grippe erwischt hat und ich mich nicht besonders wohl fühle habe ich mir mal erlaubt mich 3 Tage von meiner Arbeit freizustellen. Ich persönlich finde es auch nicht gut wenn ich Besuch von einem kranken Vertreter bekomme.
Soweit so gut. Da ich keine zündene Idee hatte, beschloss ich mit meiner Frau in ein Shopping Center zu fahren. Hier ist zu erwähnen, das wir beide keine Freunde der Konsumtempel sind und das wird sich nach dem heutigen Besuch auch nicht ändern, dazu jetzt mehr.
Angekommen, machten wir einen Rundgang um uns einen Überblick über die Geschäfte zu machen. Wir fingen an die Geschäfte zu betreten und uns beiden fiel auf, dass sich kein “Verkäufer/in” um uns kümmerte. Wir wurden nicht angesprochen ob wir Hilfe benötigen oder ob wir etwas bestimmtes suchen. Ganz im Gegenteil alle waren schwer beschäftigt mit Klamotten sortieren, hier was auf den Bügel hängen, da wieder was zusammenlegen. Erstaunlich wie gut es dem Einzelhandel geht. Es gab zwei Höhepunkte bei unserer Shoppingtour. Der erste war in einem Jeansgeschäft wo sich die Mitarbeiter lautstark über den Dienstplan der kommende Tage unterhielten und diesen auch auswerteten. War schon gut. Ich weiß jetzt das Manuel am Samstag mit Peggy Spätschicht hat. Wollte ich schon immer wissen.
Aber die Krönung erlebten wir in einem großen bekannten Modegeschäft, mit Hauptsitz in Düsseldorf. Dort gibt es richtige Unterhaltungsgruppen der “Verkäufer”. Die standen da und redeten und redeten. Mensch das war schön anzusehen, da traut Mann/Frau sich gar nicht zu fragen ob man stören darf, schließlich möchte Mann/Frau ja nicht diese nette Unterhaltung unterbrechen. Wir suchten also alleine nach einem passenden Geburtstagsgeschenk und landeten in der Abteilung von Tommy Hilfiger. Meine Frau suchte sich eine Bluse und eine Pullover aus. Ging mit reichlich Sachen auf dem Arm in Richtung Umkleidekabine, denn wir wollten ja immernoch Geld ausgeben, an zwei ” Verkäuferinnen” vorbei. Diese grüßten noch freundlich.
Dann fing meine Frau an die Sachen anzuziehen, hier war was zu klein, dort war etwas zu groß und nicht dass ihr jetzt denkt einer der beider “Verkäuferinen” war uns behilflich. Nein ich bin jedesmal gelaufen. Ich habe damit überhaupt kein Problem, doch ein bißchen mehr Einsatz der “Verkäufer” wäre hier wirklich angebracht. Schließlich arbeiten alle in dieser Kette auf Provisionsbasis. Nach ca. 30 min. hatte meine Frau alles was Sie wollte und es passte auch, also gingen wir in Richtung Kasse. Hier ist zu erwähnen, das aus den Dreier Verkaufsgesprächsrunden, jetzt zweier Gruppen geworden sind,aber nicht das die anderen mit Kundenserivce zu tun hätten, die waren in der Mittagspause.
An der Kasse angekommen, scannte die Kassierin die Artikel und klebte die Mitarbeiternummer einer wahlosen Veräuferin auf den Scannartikel. Die die den ganzen Tag “Verkaufsgespräche” führen und sich richtig um Ihre Kunden kümmern werden jetzt belohnt. Als Sie mich dann nach einer Bonuskarte fragte und ich nett ablehnte, fing jetzt wirklich mal ein Verkaufsgespräch an. Ich hörte die vielen Vorteile die ich hätte und ständig neue News über den Newsletter usw. usw.
Als ich dann meinte was nützen mir die besten News und von mir aus auch 5% Bonuspunkte, wenn sich in diesem Geschäft kein “Verkäufer” um einen kümmert und Sie wahllos den Umsatz den ich Ihnen bringe einem “Verkäufer” schenken. Kurze Stille an der Kasse, dann gab ich Ihr meine Kreditkarte (und jetzt kommts): “Wenn Sie mit Kreditkarte zahlen haben Sie sowieso nichts von unserer Kundenkarte, die zählt bloß wenn Sie mit EC-Karte zahlen.” Hammergeile Antwort wie ich finde.
Das bestätigt uns zum wiederholten Male, das es allen noch viel viel zu gut geht. Und wir weiterhin im Internet bestellen werden. Otto…find ich gut!
Tags:
einkaufen | geburtstagsgeschenk | kundenservice | verkaufsgespräch | wirtschaftskrise
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