Die Opel-Magna Story
Nach monatelangem Hin und Her und harten Verhandlungen hat man sich nun geeinigt, Magna übernimmt Opel.
Es war einmal der größte Autokonzern der Welt!…Gegründet am 16. September 1908 und schon damals auf Expansionskurs, übernahm General Motors die Hersteller Buick und Oldsmobile. Wie viele andere Unternehmen auch nutzte General Motors während des 2. Weltkrieg die Chance nach Europa zu expandieren. Nach zahlreichen weiteren Übernahmen wie beispielsweise die von Cadillac, Chevrolet, Pontiac, Daewoo und Saab wurde GM zum weltweit größten Autohersteller und machte im Rekordjahr 2003 einen Umsatz von rund 185 Mrd. US-Dollar. Im Jahr 2005 löste der japanische Autohersteller Toyota GM als größten Autobauer der Welt ab. Schon 2007 litt GM unter Verkaufseinbrüchen und einer hohen Verschuldung, die Finanzkrise gab dem Autokonzern dann den Rest. Im Juni diesen Jahres musste GM Insolvenz anmelden.
Die Firma Opel wurde 1863, damals noch als Nähmaschinenhersteller, von Adam Opel in Rüsselsheim gegründet. Im Jahr 1912 beendete Opel die Herstellung von Nähmaschinen und stellte nur noch Fahrräder und Motorwagen her. In den 20er Jahren war Opel der größte Fahrradhersteller der Welt, hat dieses Geschäft aber im Jahr 1936 verkauft. 1928 war Opel der größte Autohersteller im Deutschen Reich und wurde im Jahr 1931 vollständig von General Motors übernommen. In den letzten Jahren des 20 Jh. hatte Opel mit Qualitätsproblemen zu kämpfen (jeder wird die Liebschaft zwischen Opel und dem Rost kennen), aber dennoch spielte das Unternehmen eine wichtige Rolle im GM-Konzern. Einmal als wichtigstes Tochterunternehmen in Europa sowie als “Forschungsabteilung des Konzerns”. Viele Technologie- und Designpatante liegen bei Opel und das ist übrigens auch der Grund dafür, dass GM Opel so ungern an Unternehmen wie Magna oder den chinesischen Autobauer BAIC abgibt.
Wo wir beim Thema Magna wären. Wer ist eigentlich Magna? Die Magna International Inc. ist das größte Unternehmen Kanadas und einer der größten Automobilzulieferer der Welt. Magna ist aber nicht nur Zulieferer sondern baut auch fertige Fahrzeuge für Unternehmen wie Mercedes-Benz, BMW und ab diesem Jahr auch für Aston Martin. Im Jahr 2007 erwarb ein russischer Industrieller einen geschätzten Anteil von 17% an Magna, die er aber Ende 2008 als Sicherheit an die russische Großbank Sberbank abtreten musste. Dies war ein wichtiger Punkt in den Verhandlungen, denn GM fürchtete um seine Patente. Andererseits sah man es in Opel- und Magna-Kreisen sowie in der Politik als Chance für einen Eintritt von Opel in den russischen Markt, der sonst relativ abgeschottet ist.
Eine Sache stört mich jedoch am Verlauf der Geschichte. Als GM das Wasser bis zum Hals stand schrie man nach Staatshilfen, in den USA, wie auch in Deutschland für Opel. Man kündigte an Opel nicht mehr halten zu können und verkaufen zu müssen. Nachdem ein wenig Ruhe in das ganze Thema kam hieß es dann plötzlich in den letzten Wochen man wolle Opel doch behalten. Wie bitte? Erst um Staatshilfen betteln und mit Insolvenzen “drohen”, wenn dann aber alle Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung “ausgenutzt” sind, so tun als wäre nichts gewesen und einfach so weitermachen wie bisher?! Clevere Taktik aus Sicht von GM, aber so einfach lässt sich der Rest der Welt dann doch nicht über den Tisch ziehen!
Welche Variante nun die bessere der beiden ist werden wir nie erfahren. Wichtig ist, dass Opel keine Insolvenz anmelden musste, mit Magna jetzt einen starken “Partner” hat und versucht die Chancen, die sich mit dieser Zusammenarbeit bieten, zu nutzen.
Links zum Thema:
Russischer Automarkt soll Opel Starthilfe geben (www.welt.de)
Skepsis nach der Opel-Einigung (www.focus.de)
GM verlangt Rückkaufrecht für Opel (www.spiegel.de)
Tags:
gm | magna | opel | staatshilfen | wirtschaftskrise
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