Kostenlose Leseproben für Studenten
Die Verlagshäuser ächzen unter der Wirtschaftskrise. Sinkende Auflagen, sinkende Anzeigenpreise bestimmen das Tagesgeschehen und die Großen der Branche beschweren sich über das Geschäftsgebaren von Google, da mit den teuer erstellten Inhalten der Verlage durch die Listung in den Suchergebnissen von Google durch Anzeigen, angeblich unberechtigt, jede Menge Geld verdient wird.
Und dann das! Schon seit längerer Zeit liegt im Eingangsbereich des Fakultätsgebäudes meiner Uni eine kostenlose Leseprobe des Wall Street Journal aus. Heute wurde ich von einem weiteren prominent platziertem Stapel Leseproben überrascht. Bei diesem Exemplar handelt es sich um die Financial Times Deutschland. Mich hat es gefreut, denn ich lese diese Zeitung recht gern.
Doch zum eigentlichen Thema. Wieso schmeißen die Verlage in diesen Zeiten mit kostenlosen Leseproben so um sich? Klar, die Zielgruppe ist vorhanden, denn es handelt sich um die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, allerdings denke ich, dass der Erfolg dieser Marketingkampagne überschaubar bleibt. Natürlich nehmen viele Studenten diese Angebote dankend an, aber ob daraus später potentielle Käufer der jeweiligen Zeitungen werden darf bezweifelt werden. Ich jedenfalls nutze dieses Angebot gern, um mir die Zeit zwischen den Vorlesungen oder auf dem Weg zur Uni bzw. nach Hause zu vertreiben. Sollte mir aber diese kostenlose Leseprobe nicht mehr zur Verfügung gestellt werden, werde ich allerdings wieder auf die Online-Variante der Financial Times Deutschland zurück greifen.
Wo wir beim Thema Online Medien der Verlagshäuser und Google wären. Es lässt sich nicht abstreiten, dass Google durch die obligatorisch platzierten Anzeigen auf den Suchergebnisseiten viel Geld verdient. Allerdings bringt Google auch nicht unerhebliche Massen an Besuchern auf die Webseiten der Verlagshäuser. Die Verlage schneiden sich mit diesem Vorwurf gegen Google eigentlich ins eigene Fleisch und versuchen das Problem der zu geringen Einnahmen ihrer Online Medien auf andere zu schieben. Eine mögliche Lösung für dieses Problem wäre meiner Meinung nach eine Bezahlvariante für qualitativ hochwertige journalistische Inhalte. Dies könnte beispielsweise über eine monatliche Abogebühr geregelt werden. Ich denke schon, dass ein Markt dafür vorhanden ist, auch wenn die bisher durch kostenlose Angebote verwöhnten Internetnutzer eine gewisse Gewöhnungszeit dafür benötigen werden.
Noch was zum Thema zielgruppenspezifisches Marketing. Vor dem Eingang der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, hingen an Laternen befestigt, Wahlkampfplakate der FDP. Ein Schelm wer böses dabei denkt!
Links zum Thema:
Kostenlose Leseproben für Studenten (abos.allmaxx.de)
Wall Street Journal (europe.wsj.com)
Financial Times Deutschland (www.ftd.de)
FDP Bundespartei (www.fdp-bundespartei.de)
Tags:
leseproben | marketing | studenten | verlagshäuser | wahlkampf
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17 Februar 2011 um 06:52
Hm, also Google verdient angeblich “unberechtigt Geld” durch die Listung von Inhalten in den Suchergebnissen und die dazugehörigen Anzeigen. Gerade große Zeitungsverlage könnten dies ganz einfach abstellen, indem sie in ihrem robots.txt einen entsprechenden Eintrag ablegen, der Suchmaschinen aussperrt. Einfach mal einen Programmierer fragen. Woher und wie sie ihre Besucher generieren würden, wäre dann ihre Sache, genau wie die Lösung der Finanzierungsfrage ihres Online-Angebotes. Hierfür sind Phantasie und Kreativität gefragt. Angesichts der merkwürdigen Argumentationsweisen allerdings zweifle ich daran, ob die Funktion des Internets bereits flächendeckend verstanden wurde.