Erlebnisse einer Probefahrt

Wir (meine Frau und ich) sind seit Jahren Besitzer und Fahrer zweier Autos von einem großen deutschen Autokonzern, welcher den letztjährigen deutschen Fußballmeister sponsort.

Meine  Frau hatte die Absicht, die Absicht hat Sie immernoch, eine Probefahrt mit einem SUV dieses Unternehmens zu machen. Also suchte ich mir in unserem Umkreis 5 Autohäuser um einen Termin für eine Probefahrt zu vereinbaren. Bei 3 Autohäuser bekam ich gleich mal die Antwort: „ Ihr Wunschauto haben wir nicht und können wir Ihnen auch nicht besorgen“. Beim 4 Autohaus bekam ich die Antwort: „Das kostet 150,–€ und wenn Sie das Auto dann kaufen bekommen Sie die Kosten in der Finanzierung wieder verrechnet.“ So so, ich wollte ja erstmal fahren und nicht gleich bezahlen. Es führte auch kein Weg daran vorbei das Geld nicht zu bezahlen, auch wenn wir schon langjährige Kunden sind und unsere Autos dort zur Inspektion bringen. „Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun!“ sagte mir der Verkäufer. Mittlerweile haben wir eine andere Werkstaat.

Und jetzt kommts. Das letzte Autohaus sagte mir:

„Ihren SUV haben wir nicht da, aber Sie können mit einem Kleinwagen eine Probefahrt machen“. Mir ist alles aus dem Gesicht gefallen. Obwohl ich  sonst sehr schlagfertig bin, ist mir zu dieser Aussage nichts eingefallen. Wahrscheinlich geht’s unserer Autoindustrie immer noch viel zu gut. Ich wollte allerdings nicht aufgeben und wandte mich direkt an den Konzern. Nach kurzer Zeit in der Warteschleife empfing mich eine Dame am anderen Ende der Leitung. Ihr erklärte ich mein Anliegen. „Kein Problem ich suche Ihnen ein Autohaus aus und die setzen sich dann mit Ihnen in Verbindung“. Auf meine Frage ob der besagte SUV vor Ort ist, antwortete Sie mir: „ Das sei Problem des Autohauses, die haben dafür zu sorgen, das der Wagen dann auf dem Hof steht“. Okay, dachte ich, wird schon werden. Ihre Schlussworte hallen immer noch in meinen Ohren: “Wenn Sie in den nächsten 4 Wochen nichts hören, rufen Sie bitte noch mal an!“ Äh, wie 4 Wochen, für eine Probefahrt? Ist denn der Wunsch eine Probefahrt zu machen so außergewöhnlich?

Nach ca. 3 Wochen rief mich ein Autohaus an und sagte mir Sie haben einen Auftrag bekommen, ich interessiere mich für eine Probefahrt. „Das stimmt!“ sagte ich und ich würde mich freuen wenn wir das an einem Samstag mal erledigen könnten. Daraufhin sagte der Verkäufer: “Ich melde mich noch mal bei Ihnen und teile Ihnen Ihren Termin mit.“ Dann war 3 Wochen absolute Funkstille, nichts – gar nichts. Plötzlich an einem Mittwoch ein Anruf: “Sie können die Probefahrt übermorgen von 09.00 Uhr bis 10.00 Uhr dann machen.“ Mein Puls war bei 200 und ich fragte was er an Samstag Vormittag nicht verstanden hat.

Der letzte Anruf war am 04.08.2009, seitdem habe ich nichts mehr gehört.

Nun ist fast September und meine Frau ist immer noch nicht mit dem Wagen gefahren. Das zeigt uns, dass es der Autoindustrie immer noch viel, viel zu gut geht.

Tags:
autohaus | autokonzern | kleinwagen | probefahrt | suv

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Dieser Beitrag wurde am 27 August 2009 um 14:43 in der Kategorie Aufreger veröffentlicht. Diesem Beitrag per RSS 2.0 folgen, einen Kommentar schreiben oder einen Trackback einrichten.

 

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